Karte zur Einführung einer Prozessdokumentation im Kleinbetrieb
Bild: Betriebsfunke

Abläufe

Teil von Prozessdokumentation im Kleinbetrieb schrittweise aufbauen

Wie führt ein Kleinbetrieb Prozessdokumentation schrittweise im laufenden Betrieb ein?

Prozessdokumentation im Kleinbetrieb einführen: Ein Phasenplan zeigt Zuständigkeiten, Arbeitsergebnisse und Prüffragen von der Bestandsaufnahme bis zur Pflege.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Starten Sie mit dem Beschluss der Leitung und der Information der Mitarbeiter.
  • Dokumentieren Sie zuerst einen einzigen Ablauf.
  • Vereinbaren Sie Termine anhand der laufenden Aufträge und der Verfügbarkeit der Beteiligten.
  • Der Aufbau eines kompletten QMS dauert laut IHK Lippe meist etwa ein Jahr. Für eine einzelne Prozessdokumentation ist das kein Maßstab.

Der Start: Beschluss und Information

Ganz am Anfang steht ein Beschluss. Die Geschäftsleitung entscheidet, dass der Betrieb seine Abläufe beschreibt. Danach müssen die Mitarbeiter davon erfahren. Ohne diesen Schritt weiß niemand, warum Dokumente entstehen sollen.

Die möglichen Schritte zum Qualitätsmanagementsystem der IHK Lippe nennen diesen Ablauf ausdrücklich: Beschluss der Geschäftsleitung, Information der Mitarbeiter, Gründung eines QM-Teams, Schulung von Team und Führung, Projektplan mit Zeitvorgaben und Meilensteinen. Das sind Schritte für ein ganzes Qualitätsmanagementsystem. Für eine Prozessdokumentation im Kleinbetrieb greifen Sie daraus nur den Anfang auf.

Für die erste Prozessbeschreibung kann eine Person als Ansprechpartner dienen. Ob ein QM-Team nötig ist, hängt vom Umfang des Vorhabens ab. Wichtig ist die Reihenfolge: erst entscheiden, dann informieren, dann anfangen.

Rollen und Projektplan festlegen

Legen Sie vor dem ersten Dokument zwei Dinge fest. Erstens: Wer schreibt? Zweitens: Wer gibt frei? Beides sind Rollen, keine Ämter. In einem Betrieb mit wenigen Beschäftigten kann die Betriebsleitung freigeben und eine Person aus der Auftragsbearbeitung schreiben.

Einen Projektplan mit Zeitvorgaben und Meilensteinen nennt die IHK Lippe als möglichen Schritt. Für die Einführung einer Prozessdokumentation heißt das nicht, dass Sie einen Monatskalender brauchen. Ein kurzer Rahmen genügt: erste Skizze, Abstimmung, Freigabe, erste Pflegenotiz.

Halten Sie das schriftlich fest. Eine halbe Seite reicht. Jeder Beteiligte soll wissen, wann er gebraucht wird.

Vier Phasen statt einer Monatsleiste

Die folgende Staffelung ist ein eigener Vorschlag. Sie leitet sich aus den belegten Grundaufgaben ab, nicht aus einer offiziellen Einführungsvorgabe. Die IHK Region Stuttgart nennt die ersten Schritte eines modernen Qualitätsmanagements einfach und mit begrenztem Aufwand umsetzbar. Dazu gehört die Erfassung der bestehenden Prozesse als erster Schritt.

Die Tabelle zeigt einen ausgefüllten, frei erfundenen Phasenplan für die Dokumentation einer Auftragsübergabe.

Phase Zuständigkeit Ergebnis Prüffrage vor dem Weiterlauf
Bestandsaufnahme Auftragsbearbeitung Ablaufskizze Sind Anfang und Ergebnis erkennbar?
Abstimmung beteiligte Beschäftigte korrigierte Skizze Stimmen die Übergaben?
Freigabe Betriebsleitung vereinbarter Dokumentstand Ist die verantwortliche Rolle benannt?
Pflege Prozessverantwortliche Änderungsnotiz Bei welchem Anlass wird die Notiz geschrieben?

Diese vier Phasen passen auf andere Abläufe. Tauschen Sie nur den Prozessnamen. Die Prüffragen bleiben gleich.

Wann geht es weiter?

Wählen Sie Zeitfenster, in denen die Beteiligten verfügbar sind. Wiederkehrende Rückfragen können ein Anlass sein, eine Übergabe zu klären. Vereinbaren Sie für die erste Skizze einen Termin, der zu den laufenden Aufträgen passt.

Die IHK Region Stuttgart beschreibt, dass eine klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten Reibungsverluste reduziert. Dazu gehört, dass jeweils nur vollständige und einwandfreie Arbeitsergebnisse weitergegeben werden. Genau das prüfen Sie in der Phase Abstimmung.

Kurz gefragt: Können zwei Beschäftigte den Ablauf ohne Rückfrage beschreiben? Wenn ja, ist die Skizze fertig genug. Wenn nein, fehlt eine Übergabe.

Was die belegten Schritte nicht hergeben

Die IHK Lippe nennt für den Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems in der Regel etwa ein Jahr. Diese Zahl gilt für das ganze System und nicht für eine einzelne Prozessdokumentation. Sie dürfen sie nicht als Maßstab für Ihr Vorhaben übernehmen.

Die Quellen sagen auch nichts über die Belastung einzelner Beschäftigter während der Einführung. Eine garantierte störungsfreie Einführung verspricht niemand. Rechnen Sie stattdessen mit kleinen Zeitfenstern im Alltag.

Halten Sie die Anwendung von Normen im Blick. Der DIN-Leitfaden für KMU beschreibt Normen als Empfehlungen auf Freiwilligkeitsbasis. Bindend werden sie erst durch vertragliche Bezugnahme oder zwingende gesetzliche Vorschrift. Eine Zertifizierung ist also kein Ausgangspunkt für diese Einführung, sondern eine eigene Entscheidung.

Für die Auftragsübergabe heißt das: Die Dokumentation ist eine betriebliche Arbeitshilfe. Sie kann aus eigener Entscheidung entstehen.

Häufige Fragen

Wie viele Prozesse soll ich zuerst dokumentieren?

Einen. Die IHK Region Stuttgart nennt die Erfassung der bestehenden Prozesse als ersten Schritt. Beginnen Sie mit dem Kernprozess vom Kunden zum Kunden, also der Auftragserteilung bis zur Auslieferung. Weitere Abläufe kommen später.

Was mache ich mit bereits vorhandenen Notizen?

Sie dienen als Grundlage für die Ablaufskizze. Die vier Phasen bleiben gleich: Bestandsaufnahme, Abstimmung, Freigabe, Pflege. Vorhandenes Material ersetzt keine Abstimmung mit den beteiligten Beschäftigten.

Muss ich zuerst ein QMS aufbauen?

Nein. Ein QMS beschreibt ein umfassenderes System. Eine Prozessdokumentation im Kleinbetrieb lässt sich daraus ableiten, ohne das ganze System aufzubauen. Eine Zertifizierung ist nicht nötig, sofern kein Vertrag oder keine gesetzliche Vorschrift sie verlangt.

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