Karte zur Softwareeinführung im Kleinbetrieb mit Team
Bild: Betriebsfunke

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Wie gelingt die Softwareeinführung im Kleinbetrieb mit dem Team?

Sechsphasen-Protokoll für die Softwareeinführung im Kleinbetrieb: Prozesse aufnehmen, Team beteiligen, Pilot testen, Schnittstellen prüfen, Schulung planen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Analysieren Sie zuerst den eigenen Ablauf und die Engpässe, bevor Sie Funktionen vergleichen.
  • Beteiligen Sie die Mitarbeiter früh und mit einem festen Format.
  • Testen Sie die Software unter Testbedingungen, bevor sie im Tagesgeschäft läuft.
  • Planen Sie Schnittstellen und Schulung vor dem Start, nicht danach.

Vor der Einführung: Prozesse und Engpässe aufnehmen

Wer Software einführt, kennt oft die Funktionen, aber nicht den eigenen Ablauf. Bei PS Automation begann die Einführung mit einem zweitägigen Betriebsbesuch. Am ersten Tag analysierten die Beteiligten den Produktionsprozess und suchten Engpässe, am zweiten Tag führten sie ausführliche Interviews mit Mitarbeitern in der Fertigung. Diese Analyse war die Grundlage für die Lösungsansätze.

Für einen Kleinbetrieb lässt sich daraus ein einfaches Vorgehen ableiten: Notieren Sie fünf Arbeitsschritte, die täglich Zeit kosten. Fragen Sie die Personen, die diese Schritte ausführen, was sie stört. Halten Sie fest, welche Information heute wo liegt. Beispiel: Ein Auftrag wird auf Papier notiert, später am Computer erfasst. Diese Doppelerfassung ist ein Engpass, kein IT-Problem.

Abschlussfrage dieser Phase: Welchen Engpass behebt die neue Software zuerst?

Beteiligungsformate: Das Team entscheidet mit

Die H&R GmbH führte ein World-Café in einem Tagungshotel durch. Alle Mitarbeiter trafen sich innerhalb der Arbeitszeit, aber abseits des Arbeitsplatzes. An drei Thementischen diskutierten sie Leitfragen, etwa was Digitalisierung für sie bedeutet. Nach jeweils 15 Minuten wechselte die Zusammensetzung. Die wichtigsten Ergebnisse wurden auf Flipchart-Papier dokumentiert.

Das Format lässt sich verkleinern. Für sechs bis zehn Personen reichen zwei Thementische und 45 Minuten. Entscheidend ist, dass die Geschäftsführung zuhört und die Ergebnisse sichtbar festhält. Bei der Kreyenberg GmbH half das moderierte Sammeln von Mitarbeiterideen an einer Pinnwand. Solche Formate liefern konkrete Hinweise, welche Funktionen im Alltag wirklich gebraucht werden.

Abschlussfrage dieser Phase: Welches Beteiligungsformat passt zu meinem Team?

Pilotphase: Testen unter Testbedingungen

Beim Medizintechnikhersteller Seca wurde die digitale Dokumentation zuerst unter Testbedingungen auf Schwachstellen untersucht. Danach folgte der Pilotversuch in der Fertigung, damit Mitarbeiter Erfahrungen sammeln und ihre Bedürfnisse ermittelt werden konnten. Bei PS Automation wurde eine Pilot-Anwendung gemeinsam mit dem ERP-Anbieter entwickelt. Das gesammelte Mitarbeiterfeedback floss in die finale Entwicklung der App ein.

Für einen Kleinbetrieb heißt das: Legen Sie vor dem Pilot ein klares Ziel fest. Beispiel: Drei Personen erfassen zwei Wochen lang alle Aufträge nur noch im neuen System. Prüfen Sie danach, ob der Engpass aus Phase 1 kleiner geworden ist. Dieses Vorgehen ist eine praktische Empfehlung, kein Erfolgsnachweis.

Abschlussfrage dieser Phase: Welches Pilotziel ist messbar?

Schnittstellen und Schulung vorbereiten

Software steht selten allein. Bei Seca mussten neue Schnittstellen definiert und die Lösung in das bestehende ERP-System eingebettet werden. Anbieter unterstützen diesen Schritt unterschiedlich. weclapp nennt kostenlose Webinare und ein Onboarding-Programm mit Beratung und Unterstützung bei der Einführung. JTL bietet nach eigenen Angaben einen Migrationsservice für Daten aus dem bisherigen System sowie einen Einrichtungsservice.

Schulung sollte aktiv geplant sein. Die Kreyenberg GmbH setzt auf aktive Schulungen, weil im Tagesgeschäft nötige Informationen nicht immer selbst eingeholt werden können. Prüfen Sie, ob Onboarding und Schulung im gewählten Paket enthalten sind oder zusätzlich gebucht werden.

Sechsphasen-Protokoll

Phase Beispiel aus der Praxis Abschlussfrage
1. Analyse Zweitägiger Betriebsbesuch, Interviews Welchen Engpass behebe ich zuerst?
2. Beteiligung World-Café, Pinnwand Welches Format passt zum Team?
3. Schnittstellen ERP-Einbettung, Anbieter-Service Welche Systeme müssen verbunden werden?
4. Pilot Testbedingungen, Mitarbeiterfeedback Welches Pilotziel ist messbar?
5. Schulung Aktive Schulungen, Onboarding Wer schult wen und wann?
6. Übernahme Regelbetrieb nach Pilot Wann gilt der Pilot als bestanden?

Häufige Fragen

Was kostet die Einführung? Dazu liegen in den ausgewerteten Praxisbeispielen keine Angaben vor. Anbieter nennen Preise für ihre Pakete, nicht für den Einführungsaufwand.

Wie lange dauert ein Pilot? Die Beispiele zeigen unterschiedliche Zeiträume. Festlegen lässt sich nur, dass vor dem Pilot ein messbares Ziel stehen sollte.

Muss das ganze Team zustimmen? Die Beispiele zeigen, dass Beteiligung die Akzeptanz fördert. Ein formaler Zustimmungszwang ist damit nicht belegt.

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