Vergleich zweier Alternativen mit Anschaffungs- und jährlichen Betriebskosten
Bild: Betriebsfunke

Abläufe

Teil von Verbesserungsvorhaben im Kleinbetrieb umsetzen: der Fünf-Schritte-Ablauf

Wie vergleicht ein Kleinbetrieb Lebenszykluskosten zweier Alternativen?

Lebenszykluskosten zweier Alternativen vergleichen: Ein fiktives Rechenbeispiel zeigt Anschaffung, Betriebskosten und den Einfluss der Nutzungsdauer.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Lebenszykluskosten umfassen Anschaffung plus Betriebskosten während der Nutzung und Verwertung.
  • Ein kurzer Zeithorizont begünstigt niedrige Anschaffungskosten, ein längerer oft niedrige laufende Kosten.
  • Ein einfaches Kostenmodell mit konstanten Jahreswerten dient nur als Orientierung, nicht als Investitionsentscheidung.

Anschaffung und laufende Kosten erfassen

Die wirtschaftliche Bewertung beginnt beim VDI ZRE mit der Trennung von Anschaffung und laufenden Kosten. Der Leitfaden empfiehlt, bei Investitionen in ressourceneffiziente Anlagen die gesamten Lebenszykluskosten zu betrachten. Damit sind alle Kosten gemeint, die während der Nutzungs- und Verwertungsphase entstehen.

Für eine einfache Vergleichsrechnung braucht ein Kleinbetrieb zwei Kostenseiten: die Anschaffungskosten und die erwarteten jährlichen Betriebskosten. Lieferantenanfragen können die Abschätzungen stützen. Die hier gezeigten Zahlen sind ein transparentes fiktives Beispiel und ersetzen keine betriebliche Datenerhebung.

Fiktive Eingabewerte für zwei Alternativen

Beide Alternativen werden mit demselben Nutzungszeitraum verglichen. Die Jahreskosten bleiben in diesem Beispiel konstant. Höhere Anschaffungskosten können sich deshalb nur durch niedrigere laufende Kosten ausgleichen.

Als durchgehend fiktives Rechenbeispiel dienen zwei Alternativen mit konstanten Jahreswerten:

Alternative Anschaffungskosten Jährliche Betriebskosten
A 1.200 EUR 600 EUR
B 1.800 EUR 400 EUR

Zwei Alternativen über Lebenszykluskosten vergleichen

Effizientere Anlagen dürfen anfangs teurer sein, wenn sie über ihre Laufzeit weniger Material, Energie und Wartung verlangen. Für eine belastbare Entscheidung sind betriebsspezifische Kostenpositionen zu bestimmen. Lieferantenanfragen und eigene Abschätzungen können diese Werte plausibel machen.

Was der einfache Kostenvergleich zeigt

Der VDI ZRE nennt seinen Kostenrechner für die Amortisation von Ressourceneffizienzinvestitionen. Die folgende Rechnung verwendet eigene vereinfachte Beispielwerte.

Für die fiktiven Alternativen A und B ergibt sich bei zwei Jahren: A kostet 1.200 EUR Anschaffung plus 2 × 600 EUR Betrieb, also 2.400 EUR. B kostet 1.800 EUR plus 2 × 400 EUR, also 2.600 EUR. Über zwei Jahre ist A günstiger.

Über fünf Jahre lautet die Rechnung: A kostet 1.200 EUR plus 5 × 600 EUR, insgesamt 4.200 EUR. B kostet 1.800 EUR plus 5 × 400 EUR, insgesamt 3.800 EUR. Nach drei Jahren sind die Kosten gleich. Bei längerer Nutzung ist B unter diesen Annahmen günstiger.

Datenschätzung als Planungsgrundlage begrenzen

Dieses vereinfachte Kostenmodell berücksichtigt nur Anschaffung und konstante jährliche Betriebskosten. Nicht enthalten sind Zinsen, Preissteigerungen, Restwerte, Ausfallzeiten oder Steuereffekte. Es liefert eine Orientierung, aber keine Investitionsempfehlung.

Häufige Fragen

Reicht eine grobe Schätzung für den Start? Ja. Der Leitfaden empfiehlt ausdrücklich, mit Schätzung und Handaufschreibung zu beginnen, statt die Erhebung zum Hindernis zu machen.

Warum ändert der Zeithorizont die günstigste Alternative? Weil die höhere Anschaffung von Alternative B durch die jährliche Ersparnis von 200 EUR ausgeglichen wird. Die Differenz der Anschaffungskosten beträgt 600 EUR, geteilt durch die jährliche Betriebskostendifferenz von 200 EUR ergibt sich ein Gleichstand nach drei Jahren.

Was berechnet der Investitionsrechner des VDI ZRE? Nach Anbieterangabe vergleicht er Investitionsalternativen und berechnet Amortisationszeiten sowie Kapitalwerte. Die Kostenpositionen orientieren sich am Einheitsblatt VDMA 34160. (Investitionsrechner)

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