Karte zu Fixkosten, variablen Kosten und Deckungsbeitrag im Kleinbetrieb
Bild: Betriebsfunke

Kostensteuerung

Teil von Kostensteuerung im Kleinbetrieb ohne aufwendige Controllingsysteme

Wie trennt ein Kleinbetrieb Fixkosten und variable Kosten richtig?

Fixkosten und variable Kosten im Kleinbetrieb trennen: Beispiele, Deckungsbeitrag und absolute Preisuntergrenze Schritt für Schritt selbst berechnet.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Fixkosten fallen auch dann an, wenn nichts produziert oder verkauft wird.
  • Variable Kosten hängen von der Auftragslage ab und lassen sich einzelnen Produkten zurechnen.
  • Der Deckungsbeitrag zeigt, was ein Produkt nach Abzug seiner variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten beisteuert.

Was sind Fixkosten und was sind variable Kosten?

Die IHK Chemnitz ordnet fixe Kosten als unabänderlich, konstant und unabhängig von der Auftragslage ein. Sie fallen auch dann an, wenn nichts produziert oder verkauft wird. Als Beispiele nennt die IHK Gewerbemieten, Personalkosten, Telefon- und Internetkosten sowie betriebliche Versicherungen.

Fixkosten vs. variable Kosten

Fixkosten

Abhängigkeit
Auftragslage unabhängig
Beispiele
Gewerbemiete, Personal
Testfrage
Fällt ohne Auftrag an?

Variable Kosten

Abhängigkeit
Auftragslage abhängig
Beispiele
Wareneinsatz, Strom
Testfrage
Entsteht pro Produkt?

Variable Kosten dagegen hängen vom Umsatz ab und entstehen pro hergestelltem Produkt. Genannt werden Waren- und Materialeinsatz, Stromkosten für Produktionsmaschinen und Treibstoff für betriebliche Fahrzeuge.

Für die Einordnung heißt das: Fragen Sie bei jeder Ausgabe, ob sie auch bei einem Monat ohne Auftrag anfällt. Wenn ja, ist sie fix. Wenn nein, ist sie variabel.

Einordnung am Beispiel Bäckerei

Das Existenzgründungsportal rechnet Ladenmiete und fest angestelltes Personal den fixen Kosten zu. Die Ausgaben für Zutaten und Aushilfskräfte gehören dort zu den variablen Kosten.

Diese Zuordnung ist nicht in jedem Betrieb identisch. Aushilfskräfte können vertraglich fest gebunden sein, dann verhalten sich ihre Kosten eher fix. Prüfen Sie deshalb nicht die Bezeichnung, sondern den tatsächlichen Auslöser der Zahlung.

Ein hilfreicher Test: Können Sie die Ausgabe einem konkreten Auftrag zuordnen? Wenn ja, ist sie variabel. Wenn nein, ist sie fix.

Deckungsbeitrag selbst berechnen

Das Existenzgründungsportal beschreibt den Deckungsbeitrag als Betrag, den ein Produkt zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Fixe Kosten bleiben gleich, unabhängig von der Produktionsmenge.

Die Formel lautet:

Deckungsbeitrag = Umsatz pro Produkt minus variable Kosten pro Produkt

Illustratives Rechenbeispiel mit frei gewählten Zahlen:

Position / Betrag pro Stück

Verkaufspreis (netto)
5,00 Euro
Wareneinsatz
2,00 Euro
Verpackung
0,50 Euro
Deckungsbeitrag
2,50 Euro

Die Annahmen dieses Beispiels sind bewusst einfach gehalten und nicht aus den Quellen abgeleitet. Der Deckungsbeitrag von 2,50 Euro steht zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung. Erst wenn alle Fixkosten gedeckt sind, entsteht Gewinn.

Absolute Preisuntergrenze und Break-Even-Punkt

Bei einem Deckungsbeitrag von Null sind gerade die variablen Kosten gedeckt. Das ist die absolute Preisuntergrenze. Wegen der weiter laufenden Fixkosten lässt sich dieses Niveau nur kurzfristig halten, oder andere Produkte müssen ausreichende Deckungsbeiträge erzielen.

Die Break-Even-Analyse ergänzt die Deckungsbeitragsrechnung. Sie zeigt, ab welcher Absatzmenge alle Kosten gedeckt sind.

Prüfen Sie bei Verlustprodukten zuerst den Deckungsbeitrag. Erst wenn er negativ wird, trägt das Produkt nichts mehr zur Deckung der Fixkosten bei.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn ich eine Ausgabe falsch einordne?

Die Zuordnung beeinflusst die Deckungsbeitragsrechnung. Ordnen Sie eine fixe Ausgabe fälschlich als variabel ein, erscheint der Deckungsbeitrag zu niedrig.

Kann ich Fixkosten kurzfristig senken?

Die IHK Chemnitz nennt Gespräche mit Vermietern, Lieferanten und Versicherern sowie die Prüfung von Beschaffungen. Ob eine Senkung gelingt, hängt vom Einzelfall ab.

Wann sollte ich ein Produkt aus dem Angebot nehmen?

Das Existenzgründungsportal empfiehlt diesen Schritt erst, wenn der Deckungsbeitrag negativ ist und das Produkt nichts mehr zur Deckung der Fixkosten beiträgt.

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